Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann hat Sebastian heute (03.02.09) Geburtstag.
Er wäre 28 Jahre alt geworden.
Deshalb möchte ich, ehe dieser Tag vergeht, seiner noch mit ein paar Worten gedenken.
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug
Und keiner weiß wie weit.
Ein Nachbar schläft, ein andrer klagt,
ein dritter redet viel.
Stationen werden angesagt.
Der Zug, der durch die Jahre jagt,
kommt niemals an sein Ziel.
Wir packen aus. Wir packen ein.
Wir finden keinen Sinn.
Wo werden wir wohl morgen sein?
Der Schaffner schaut zur Tür herein
und lächelt vor sich hin.
Auch er weiß nicht, wohin er will.
Er schweigt und geht hinaus.
Da heult die Zugsirene schrill!
Der Zug fährt langsam und hält still.
Die Toten steigen aus.
Ein Kind steigt aus. Die Mutter schreit.
Die Toten stehen stumm
am Bahnsteig der Vergangenheit.
Der Zug fährt, er jagt durch die Zeit,
und niemand weiß, warum.
Die 1.Klasse ist fast leer.
Ein feister Herr sitzt stolz
im roten Plüsch und atmet schwer.
Er ist allein und spürt das sehr.
Die Mehrheit sitzt auf Holz.
Wir reisen alle im gleichen Zug
zur Gegenwart in spe.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir sitzen alle im gleichen Zug.
und viele im falschen Coupé.
Ich möchte noch hinzufügen, daß das obige Gedicht von Erich Kästner ist.
Und vor allen Dingen:
Sebastian – auf immer unvergessen.
Liebe Regina,
ich war gestern leider virtuell absent. Ich habe Deinen Kommentar als Beitrag hier im Blog aufgespielt. Ich hoffe, das ist Dir auch Recht so. Habe herzlichen Dank dafür
Kommentar von zuppi — Februar 4, 2009 @ 6:58 |
Hallo! Ich habe heute, eher zufällig, über diesen Blog von dem bereits über ein Jahr zurückliegenden Tod von Sebastian erfahren und war, obwohl wir uns gar nicht so gut kannten, ziemlich bestürzt. Natürlich habe ich mich dann erst einmal näher informiert, u.a. auch durch den Artikel in der „Berliner Zeitung“ vom Oktober letzten Jahres. Ich habe Sebastian im Sommer 2007 bei einer Tagung in Wendgräben (Sachsen-Anhalt) kennen gelernt. Danach hatten wir noch – auch fachbezogen – etwas E-Mail-Kontakt; die letzte Nachricht von ihm erhielt ich am 11. Dezember 2007. Die Nachrichten von ihm habe ich noch. Falls jemand von den Angehörigen bzw. der Betreiber dieses Blogs Interesse an ihnen hat, werde ich die E-Mails gerne weiterleiten. Man kann mich auch gerne anrufen: 0179/XXXXXXX . Wie gesagt: Ich bin bestürzt und auch traurig. Aber so ging es ja wohl allen Bekannten und Freunden, die es damals – zeitnah – erfahren haben.
Grüße von Andreas aus Hamburg
Kommentar von Andreas — Februar 9, 2009 @ 5:07 |
Hallo Andreas,
ich merke,dieser Blog hat weiterhin einen Sinn,denn es melden sich immer wieder Menschen auch zeitversetzt,die Schrippe gekannt haben und die sich hier mit der Tragödie etwas vertraut machen können.
Viel wissen wir ja hier alle nicht. Und schoon garnicht, warum das so passiert ist.
Ich würde mich über die Zusendung der Mail von Schrippe sehr freuen,in der Seitenleiste ist meine Mailadresse.
Ahoi
Zuppi
Kommentar von zuppi — Februar 9, 2009 @ 11:50 |