Sebastian Dittrich Kondolenzblog

Januar 5, 2008

Der Anruf

Gespeichert unter: Die Nachricht — philolog @ 3:36
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Nach dem Anruf von Sebastians Mutter war ich ersteinmal völlig platt, Sebastian aka schrippe kann doch nicht einfach so tot sein?

schrippe s-w Nach dem Am 2. Weihnachtsfeiertag haben wir noch telefoniert, er war gerade von den Familienfestlichkeiten bei seinem Bruder aus Kiel nach Berlin zurückgekehrt, wir tauschten die aktuellsten News über die Diss, Recherchen,etc. .. aus, für Sylvester hatte jeder von uns eigene Pläne, aber im neuen Jahr wollten wir uns wieder treffen. Nach Neujahr ging er aber nicht mehr an sein Telefon, ich wunderte mich darüber, war aber noch nicht besorgt, da er mir beim letzten Telefonat erzählte, er habe viel Schreibarbeit und er müsse sich dazu die nächste Zeit zu Hause etwas „einbunkern“ – was er in intensiven Arbeitsphasen schon zu Studienzeiten an der Uni-Potsdam öfters so machte. Das war sein Arbeitsstil.

Die Mutter von Sebastian – sie arbeitet in Leipzig – war besorgt, sie verständigte dann auch am Donnerstag die Berliner Polizei, die Sebastian stranguliert in seiner Wohnung aufgefunden hat. Die genauen Ursachen für diese Tragödie sind noch unklar. Die Polizei ermittelt.

Eine halbe Stunde nach dem Anruf der Mutter funktionierte die Telefonkette und die engsten gemeinsamen Freunde von schrippe und mir tauschten sich über die unfassbare Nachricht aus. Es fällt mir nicht leicht, aber ich habe vor gut 5 Jahren diese ganze Gefühlshölle schon einmal durchgemacht – grösstenteils alleine – und das war ein Fehler.

Alle, die Sebastian Dittrich aka schrippe kannten, mögen sich hier im Blog informieren und äussern. Wir müssen mit der Bürde weiter leben, einen wertvollen Menschen verloren zu haben. Das fällt leichter, wenn sich hier Trauer und Rückblick zu einem abschliessenden Bild von Sebastian vereinen. Das ist jedenfalls meine Hoffnung.

PS: Eigenständige Beiträge anderer Autoren stelle ich hier gerne als solche online, gebt mir über die Kommentarfunktion/email kurz darüber bescheid. Auch Bilder, Videos und Tondokumente können hier bereitgestellt werden.

43 Kommentare »

  1. In einem Fall wie hier herrscht oft Sprachlosigkeit, es fehlen einem die Worte.

    Ich würde gerne, wenn möglich, ein Bild von Schrippe hier hereinstellen oder hereinstellen lassen. Es zeigt den Sebastian am Neptunbrunnen in Berlin – mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht, in dem aber gleichsam ein wenig Skepsis zu erkennen war. So war er wohl – immer am Nachdenken, am Fragen, am Erforschen und kritisch, jedoch liebenswert und freundlich. Er wollte den Dingen auf den Grund gehen. Er wollte vielleicht mithelfen, eine bessere, eine gute Welt zu bauen.

    Es heißt in dem Beitrag oben, daß Zuppi am zweiten Weihnachtsfeiertag (also am 26.12.)noch mit Sebastian telefoniert hat.

    Wahrscheinlich lesen hier mehrere Leute mit, die Sebastian kannten oder auch nur virtuell mit ihm in Verbindung waren. Es würde mich interessieren, ob er nach dem 28. oder 29. Dezember noch mit jemandem Kontakt hatte.

    Lieber Zuppi, ich würde mich freuen, wenn Du mir eine e-Mail-Adresse von Dir bekanntgeben könntest. Ich habe keine Kontaktadresse hier gefunden.

    Kommentar von Regina — Januar 5, 2008 @ 6:08 | Antworten

  2. Liebe Regina,

    möchtest Du das Bild in einen gesonderten Blog-Beitrag einbauen – was mich sehr freuen würde? Dann mail mir doch bitte auch einen persönlichen Text,ich stelle das dann gerne in dieses Weblog ein. Mir ist aufgefallen,das ich mit Schrippe nie Fotos gemacht habe,darüber denke ich auch noch einmal nach.Ich werde eine email in der Seitenleiste veröffentlichen,was man doch so alles vergisst.

    Der letzte verbürgte Kontakt mit Schrippe fand von Sylvester auf Neujahr 2008 statt,er war mit einem Freund auf zwei Sylvesterparties und kann Neujahr so gegen 05.00 nach Hause gekommen sein. Für Neujahr oder den 2.1.08 – das weiss ich nicht genau – gab es eine Verabredung,zu der Schrippe aber ohne Entschuldigung – er hätte das sicher gemacht – nicht mehr erschienen ist.

    Herzlich
    Zupp

    Kommentar von zuppi — Januar 5, 2008 @ 6:43 | Antworten

  3. Wir haben uns -als er und ein Freund Sylvester bei uns waren- noch verabredet um uns in ein paar Tagen zu treffen. Um 12 hat er dann noch – für mich etwas unerwartet- angerufen und uns alles Gute gewünscht.
    Dann kam ein paar Tage später ein Anruf, dass er tod sei. Das hätt ich von ihm nicht erwartet. Aber sowas passiert ja immer da, wo man es nicht erwartet.
    Schnüff.
    Liebe Grüße
    Jan

    Kommentar von Bucharin — Januar 5, 2008 @ 7:37 | Antworten

  4. Ich hatte am 1. Januar das letzte mal per ICQ mit ihm Kontakt. Wir tauschten beide Neujahrsglückwünsche aus und das war dann letzte Mal das ich was von ihm gehört habe. Niemals hätte ich mit der Nachricht gerechnet, die uns alle kurz darauf erreicht hat.

    mfg
    Pedron

    Kommentar von Pedron — Januar 5, 2008 @ 9:05 | Antworten

  5. Ich hoffe, Ihr haltet es nicht für unangemessen, zu schreiben obwohl ich Sebastian nicht gekannt habe. Ich habe Eure und die Beiträge über Sebastian gelesen und ich bin betroffen, ergriffen und möchte all denen, die mit ihm einen wertvollen, geschätzten und geliebten Menschen verloren haben, mein Beileid aussprechen. Wir werden heute eine Kerze für ihn anzünden!
    MfG

    Kommentar von ichbinimmerich — Januar 6, 2008 @ 8:44 | Antworten

  6. Lieber ichbinimmerich,
    deine Anteilnahme am Tod und der Aufarbeitung hier im Blog kann ich überhaupt nicht als unangemessen werten. Im Gegenteil,denn es zeugt von grossem Mitgefühl deinerseits.Hab Dank dafür.
    Das schlimme neben dem Verlust des Menschen Schrippe ist ja die Ungewissheit,wie es dazu kam,wer dafür verantwortlich ist.Ich hoffe,die Polizei findet das heraus.Diese Unklarheit beginnt nun immer mehr auch an mir zu nagen.
    Herzlich
    Zuppi

    Kommentar von zuppi — Januar 6, 2008 @ 12:16 | Antworten

  7. Ich denke dauernd darüber nach und kann es eigentlich noch immer nicht fassen.
    Hoffe auch, das die Polizei Klarheit schaffen kann und dass sie nicht schlampig arbeitet.
    An sonsten finde ich jemand sollte sich den PC mal genauer anschauen. Das der noch an ist und das er noch immer in ICQ on ist, macht glaub ich alle ICQ-freunde fertig, und könnte als ein letztes Zeichen seinerseits verstanden werden. Ich frage mich warum bzw ob und was er uns damit sagen wollte…
    Liebe Grüße
    Jan

    Kommentar von Bucharin — Januar 6, 2008 @ 4:51 | Antworten

  8. Allen, die in diesem Rahmen Anteil an dem Tod meines Bruders nehmen, möchte ich meine Tiefe Dankbarkeit aussprechen. Für alle war dieser Tot plötzlich, unerwartet und vor allem unbegreifbar. Die Lücke, die dadurch in unseren Herzen entstanden ist, ist schmerzhaft und wirft viele Fragen auf. Einige dieser Fragen versucht die Polizei in einem Ermittlungverfahren zu beantworten.

    Ich möchte an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt keine genauen Einzelheiten bekanntgeben, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Dennoch denke ich, dass es meinem Bruder gegenüber fair ist, zu erwähnen, dass die Umstände seines Todes sehr mysteriös sind. Mit meiner Mutter hat er am 01.01. über ICQ noch viele Worte gewechselt, die keinerlei Absichten erkennen liessen. Er hat sich zum Geburtstag noch eine CD gewünscht und seine letzten Worte waren:
    “ ich glaub, ich werd mir heute ganz faul spaghetti mit tomatensoße machen! “

    Wenn irgendjemand Hinweise hat, die auch noch so unwichtig erscheinen mögen, dann teilt uns diese bitte mit.

    In tiefer Trauer
    Schrippes Bruder

    Kommentar von Schrippes Bruder — Januar 6, 2008 @ 7:45 | Antworten

  9. Hier ist unsere E-Mail Adresse:
    kloeppel@gmx.de (Korrektur von zuppi)

    Kommentar von Schrippes Bruder — Januar 6, 2008 @ 7:49 | Antworten

  10. Lieber Bruder von Schrippe,

    ich bin sehr froh,dass Sebastians Familie nun auch diesen Blog gefunden hat. Mein Beileid und Mitgefühl ist mit Ihnen,Ihrer Frau Mutter und den weiteren Angehörigen, z.B. auch mit dem Onkel,der als Polizist in Brandenburg tätig ist – Sebastian erwähnte ihn in unseren Gesprächen immer wieder als wohltuenden Gesprächspartner.

    Aus dem bisher hier gesagten und verlinkten Statements zu Sebastian ist ein hilfsbereiter,freundlicher,auf seine Mitmenschen zugewandter junger Mann sichtbar,der seinen beruflichen Weg zu gehen bereit war, der diesen Weg mit grossem Erfolg meisterte. Ein straucheln oder zaudern ist nicht zu berichten,Feinde hatte er nach meinem Wissen auch keine. Umso unverständlicher ist diese Tragödie.

    Mein letzter persönlicher Kontakt mit Sebastian war eine Woche vor Weihnachten,telefoniert haben wir am 2. Weihnachtsfeiertag,da war keinerlei Veränderung oder Störung bemerkbar.

    Seien Sie meiner Anteilnahme versichert,für Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung,meine email ist in der Seitenlleiste unten abgelegt,meine Telefonnummer gebe ich dann auch bekannt, falls ihre Frau Mutter diese nicht mehr zur Hand haben sollte.

    Herzlichst
    Zuppi

    Kommentar von zuppi — Januar 6, 2008 @ 11:12 | Antworten

  11. Schrippe musste nie mehr als zwei Worte mit einem wechseln um einen seine Intelligenz und Empathie spüren zu lassen. Von jedem Tag an dem ich ihn bei Jan traf oder auf Demos sah, blieb mir ein Gespräch mit ihm, eine kluge Aussage Schrippes oder einfach die gute Zeit zusammen als zentrale Erinnerung des jeweiligen Tages im Gedächtniss. Ich könnte daran verzweifeln dass ich ihn Sylvester um wenige Minuten verpasst habe…er kann doch nicht einfach so weg sein…

    Kommentar von Janek — Januar 7, 2008 @ 12:04 | Antworten

  12. Liebe Regina, Ich bin etwas ungeübt in dieser Form der Konservation. Aber der enge Kontakt, den ich zu Sebastian hatte, hat mich mit Euch allen bekannt gemacht. Du kannst sicher am besten verstehen, dass ich keinen Schlaf finde und jetzt hier schreibe. Ich habe am Donnerstag den Anruf erhalten, dass seine Freunde ihn vermissen und bin sofort in meine Wohnung in Leipzig gefahren, da war icq noch immer auf abwesend. Da war mir klar, dass irgend etwas nicht stimmt.Mein Großer hat die Polizei alarmiert und ich habe mich in den Zug gesetzt und bin nach Berlin gefahren.Leider nur, um zu sehen, wie die Polizei ihm in einen Sack aus der Wohnung trägt, ich konnte nur schreien!
    Inzwischen hat die Plizei die Wohnung versiegelt, leider viel zu spät, glaube ich,und sucht nach Spuren. Einen Selbstmord kann ich nicht akzeptieren! Unser Verhältnis war sehr offen und sehr vertraut. Es gab keinen Grund. Am Neujahrstag hat er sich zum Geburtstag „Schwanensee“ gewünscht und wir haben Pläne gemacht. Er hat gefragt, was ein Patenonkel für Aufgaben hat, weil er das wohl demnächst bei Hannes werden sollte.
    Das alles macht wohl keiner, der sich gas Leben nehmen will.
    Momentan hat man mich aus der Wohnung geschmissen, aber wenn ich wieder rein darf, möchte ich so einen Blog für Sebastian machen, wie Du für Deinen Sohn und werde alle Freunde um Ihre >Bilder bitten, die sie haben.
    Ich melde mich, sobald ich wieder in die Wohnung darf.
    In tiefer Trauer
    Schrippes Mutti

    Kommentar von Schrippes Mutti — Januar 7, 2008 @ 1:37 | Antworten

  13. Liebe Mutti von Schrippe,

    was Du da durchgemacht hast – das sind Momente, die man im Leben nie vergißt. Und die einem auch erspart bleiben sollten.

    Aber wir müssen leider durch. Wir haben ja keine Wahl. Was Du jetzt mitmachst, das erlebte ich vor einem Jahr.

    Und was ich vor einem Jahr erlebte, das erlebten Anfang 2006 andere Eltern in der Nähe von Köln. Da wurde an unserer Straßenbahnhaltestelle ein 16jähriger von der Bahn überrollt und getötet. Monatelang stand das Holzkreuz an dieser Stelle – und im Dezember war mein eigener Sohn tot.

    Man hat früher ein solches Schicksal fast nicht wahrgenommen, wenn man so etwas in der Zeitung gelesen hat. Aber jetzt weiß man, daß hinter jedem Fall eine Tragödie steht.

    Am frühen Neujahrsmorgen wurde hier in der Nähe von Köln eine 21Jährige totgefahren, die in diesen Tagen beerdigt wird – die blonde Julia …

    Ich denke an Dich.

    Kommentar von Regina — Januar 7, 2008 @ 3:47 | Antworten

  14. Hallo Mutti von Schrippe,
    liebe Freunde von Schrippe,

    ich bin entsetzt und zittere am ganzen Körper während ich dies schreibe. Ich habe Schrippe vorgeschlagen Patenonkel meines Kindes zu werden, dass im Sommer zur Welt kommen soll.
    Ich kann das alles nicht verstehen…

    Sweab

    Kommentar von Sweab — Januar 7, 2008 @ 4:03 | Antworten

  15. liebe unbekannte trauernde…

    …ich habe eben erfahren dass schrippe … gegangen ist!
    *schock*

    wir kannten uns durch die rappelkiste (auf dol2day.de … sein account dort wurde am 22.12.07 inaktiviert) – und vor fünf jahren haben wir silvester zusammen mit schoki und oxymoron bei freunden von schrippe und oxy gefeiert. ich kann mich noch genau erinnern wie wir auf dem balkon standen und saßen … ihm wurde schwindelig und ich hab´kurz seine hand genommen um ihm einwenig halt zu geben.

    auch wenn wir uns nie wieder im rl getroffen haben haben … wir haben uns ab und an im icq „hallo“ gesagt … oder interessante links ausgetauscht oder einwenig sonstigen schmalquatsch betrieben.
    ich es doch nie übers herz gebracht ihn aus meiner buddy-liste im icq zu … löschen :´( …

    und habe seinen nick gerade in der liste neben rechts am bildschirmrand im icq-fenster stehen und weiß dass er bald weg sein wird … spätestens wenn der computer ausgeschaltet wird! :(

    in euren beiträgen erkenne ich _den_ schrippe wieder den ich nur wenig kennenlernen durfte oder konnte oder … !

    jenen unvergleichlichen, einzigen schrippe!

    ich werd´ ihn nicht vergessen!

    Kommentar von das flowerbrain — Januar 7, 2008 @ 6:48 | Antworten

  16. das flowerbrain schrieb:
    „in euren beiträgen erkenne ich _den_ schrippe wieder den ich nur wenig kennenlernen durfte oder konnte oder … !“

    Diesen Gedankengang habe ich oft umhergewälzt die letzten Tage. Ich habe Schrippe vllt 15 mal getroffen und immer „nur“ über einen gemeinsamen Freund.
    Und bin wirklich sprachlos wie nahe mir als altem Eigenbrötler das ganze geht.
    Ich hoffe das die Polizei uns bald wenigstens diese Ungewissheit nehmen kann.
    Ich weiss nicht ob es einen Unterschied macht am Ende, und auch nicht ob ihr das nachfühlen könnt, aber so doll wie ein Atheist hoffen darf hoffe ich dass all das Schrippes eigener Entschluss war. Alles andere wird jeder der Schrippe kannte niemals akzeptieren können.
    Ich komme mir so blöd vor sowas zu tippen wo ich weiss das es viele gibt die es grade so viel schwerer haben als ich als eine von vielen austauschbaren Bekanntschaften Schrippes.
    Ich wünsche allen und vor allem Sweab und Schrippes Famillie das ihr alle diese Tage die um euch habt die wichtig sind und euch geblieben sind.
    Es ist alles einfach nur zum heulen…

    Kommentar von Janek — Januar 8, 2008 @ 1:15 | Antworten

  17. Im Angesicht des Todes erinnert uns die empfundene Trauer daran, wie viel mehr an Liebe wir in unseren Herzen tragen. Das Hohelied der Liebe hat mich beim Tod meines Vaters im letzten Jahr begleitet.

    „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
    Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
    Und wenn ich all meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.
    Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
    Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
    Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
    Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
    (Korinther Kapitel 13 Vers 1)

    Als Kollege trauere ich um Sebastian und werde ihn vermissen. Ich möchte allen Angehörigen und Freunden von Sebastian mein tief empfundenes Mitgefühl versichern.

    Kommentar von Peter — Januar 8, 2008 @ 2:07 | Antworten

  18. schrippe, habe ich in nur wenige tagen als so hilfbereit kennengelernt.

    Kommentar von kasse — Januar 8, 2008 @ 3:27 | Antworten

  19. Liebe Familie und Freunde von Schrippe, der mir nur, ganz offiziell, als Sebastian bekannt war.

    Ich möchte Ihnen allen mein ganz tief empfundenes Beileid für diese Tragödie aussprechen, die mich mit viel Trauer erfüllt.

    Ich bin eine Mitdoktorandin von Sebastian und habe mit ihm an mehreren Promotionskolloquien teilgenommen. Letzten Sommer habe ich seinen ausgezeichneten Vortrag vor dem Veldensteiner Kreis gehört. Sebastian gehörte für mich immer zu den angenehmsten, besonnensten und freundlichsten Kollegen und ich habe mich jedes Mal gefreut, ihn wiederzusehen. Umso mehr erfüllt es mich nun mit Trauer, diese schreckliche Nachricht über den plötzlichen und tragischen Tod dieses besonderen Menschen zu hören. Mir fällt so vieles ein, wenn ich an ihn und unsere Gespräche denke. Vor allem, wie tolerant, emphatisch und offen er immer für seine Gesprächspartner war. Mit Sicherheit haben wir beide mitunter sehr unterschiedliche Ansichten gehabt, ich bin eine gläubige Christin, aber ich habe mich von ihm niemals unverstanden oder etwa nicht ernstgenommen gefühlt. Meine Meinung hat er stets respektiert, wie auch mir es niemals schwer fiel, seine Ansichten als klug und wohl reflektiert aufzunehmen. So denke ich, wird er mit Sicherheit Verständnis dafür haben, wenn ich jetzt für ihn und seine Familie eine Kerze anzünde und bete.. vielleicht lächelt er auch darüber und das würde mich freuen, denn er würde lächeln, dort, wo immer das jetzt sein mag.
    Evelyn

    Kommentar von Evelyn Völkel — Januar 8, 2008 @ 4:37 | Antworten

  20. Liebe Familie und Freunde von Sebastian,

    wie Evelyn kenne ich Sebastian von gemeinsamen Doktorandenkreisen. Was mir in Erinnerung bleiben wird, ist nicht sein großes politikwissenschaftliches Können und sein analytisches Denken. Es ist dieses gewinnende, manchmal schelmische, teils auch überlegene Lächeln, dass er bei den nächtlichen Werwolf-Spielrunden immer gezeigt hat. Er wird uns allen fehlen. Vor allem seiner Familie wünsche ich ganz viel Kraft, um den Verlust zu verarbeiten – was aber eigentlich nicht möglich ist. Mit einem Gedicht von Ulrich Schaffer:

    Niemand hat deine Fingerabdrücke.
    Niemand hat deine Stimme.
    Niemand sagt so „Ich liebe dich“ wie du.
    Niemand glaubt wie du.
    Niemand denkt so ans Sterben wie du.
    Niemand hat deine Geschichte.
    Niemand spürt die gleiche Trauer,
    das gleiche Glück
    wie du.

    Niemand ist wie du.
    Niemand in deinem Land,
    auf deinem Kontinent,
    auf dem dritten Planeten dieses Sonnensystems,
    in der Galaxie,
    die wir die Milchstraße nennen.
    Niemand,
    weil du einmalig bist.

    In stiller Trauer.
    Jochen

    Kommentar von Jochen Blind — Januar 8, 2008 @ 7:35 | Antworten

  21. Liebe Familie und Freunde von Sebastian,

    wie Evelyn und Jochen kannte auch ich Sebastian aus dem Doktorandenkreis.Ich kann gar nicht viel sagen, weil ich so einen Kloß im Hals habe, deshalb schreib ich an dieser Stelle nur was kurzes:

    Der Tod ist nicht das Ende,
    Nicht die Vergänglichkeit.
    Der Tod ist nur die Wende,
    Beginn der Ewigkeit.

    Du wirst mir fehlen.

    In stiller Trauer und Fassungslosigkeit

    Sophia

    Kommentar von Sophia Gerber — Januar 8, 2008 @ 9:00 | Antworten

  22. Ich bin sehr froh über diesen Blog, auch wenn ich nicht ganz sicher bin, wie ich ihn benutzen soll; benutze ich ihn doch mal so:

    Nach einiger Zeit hatten Sebastian und ich wieder Kontakt, als er mir Weihnachten über ICQ eine Nachricht geschrieben hat. Da heißt es zum Beispiel: „Bei mir gibts nur das übliche Zeug: dieses und nächstes Jahr etliche Artikelchen, im Januar eine schöne Broschüre für die Sozis, eine Reihe von Vorträgen und zwischendrin auch etwas Zeit für die Diss. Seit diesem Monat habe ich ein Promotionsstipendium! Da werkelt es sich gleich viel entspannter.“
    Ich habe geantwortet, ich wäre bald in Berlin, und würde mich gern mit ihm treffen. Ein Satz aus der – damals kaum überhaupt aufmerksam gelesenen – Antwort von Sebastian klingt heute schneidend nach: „Die erste Januarwoche habe ich frei, bin also insgesamt recht flexibel. Ist Deine Mobilnummer noch aktuell? Im alten Jahr wäre es mir tendenziell lieber, muss
    aber auch nicht unbedingt sein.“
    Ich habe mich am 1.1. gemeldet, nachdem ich noch gerade vor dem Mittag erwacht war. Kaum jemand anderen als Schrippe hätte ich um die Zeit am Neujahrstag schon angerufen, aber ich hatte keinen Zweifel, dass er, abstinent und diszipliniert, schon wieder am Schreibtisch sitzen würde. Das Telefonat war kurz und banal. Ich habe ihn ohne viel Widerstand dahingeredet, dass wir uns gleich bei mir um die Ecke, im Prenzlauer Berg, wie so oft bei einem Inder, abends um sieben träfen. Ehrlich gesagt vor allem, um mich des schlechten Gewissens zu entlasten, ihn wie beim letzten Mal den ganzen Weg aus Spandau kommen zu lassen, habe ich nochmal nachgefragt, ob wir uns lieber näher an Spandau treffen sollen. Er antwortete, dass mein Entgegenkommen zwar „ein schöner Gedanke“ sei, es _in diesem Fall_ wohl aber besser sei, wir träfen uns wie gewohnt beim mir bekannten Inder; _in diesem Fall_ war eben mein Fall, der sich kaum zu unbekannten Orten findet. Im Nachklang auch sehr bitter. Zu dem Treffen hatte ich ohne Ankündigung eine Freundin mitgenommen, mit der sich in den Stunden davor ein Treffen ergeben hatte. Ich hatte ich ihr schon vor einigen Wochen von Sebastian erzählt, weil sie eine Arbeit zu Rechtsextremismus in Ostdeutschland schreiben will. Ich dachte, es würde sich jetzt fügen, dass die beiden sich kennenlernten. Ich hatte auch zwei dicke Büher dabei, über die Beiträge der Professoren auf den Philosophielehrstühlen in der Weimarer Republik und im Dritten Reich, und hatte mich darauf gefreut, Schrippe damit wahrscheinlich etwas zeigen zu können, was er nicht kannte.
    Dann kam er nicht. Schon die erste Viertelstunde hat mich ein wenig nervös gemacht; ich kann mich nicht erinnern, dass er sich ein einziges Mal zu einem Treffen mit mir verspätet hätte. Als er halb acht noch nicht da war, bin ich davon ausgegangen, ich hätte die falsche Zeit oder den falschen Ort erwischt. Den ganzen Abend war er weder zu Hause noch auf dem Handy zu erreichen. Morgens am zweiten kurze Nachrichten an gemeinsame Freunde, ob sie etwas gehört hätten. Den ganzen Tag über keine Reaktion von den Telefonen. Am Donnerstag nach spätem Aufstehen bei der Polizei. Ausgesprochen frustrierende Begegnung. Mit Namen und Nummern konnten sie zunächst nichts anfangen, wollten den Fall nicht bearbeiten, haben von „dann müssen wir einen Vorgang draus machen“ erzählt. Mittags dann die Nummernverfolgung, danach für mich keine neuen Infos mehr, nur dieser Polizeibeamte um vier und sechs, der mir sagte, die Ermittlungen würden noch laufen.

    Mein Beileid an seine Familie.

    marco.

    Kommentar von Marco — Januar 9, 2008 @ 12:20 | Antworten

  23. Sebastian war vor einigen Jahren Praktikant an einer Professur für Politikwissenschaften in Chemnitz, so lernte ich ihn kennen. Da es für studentische Praktikanten keine Honorare gab, überhäufte ihn unser gemeinsamer Doktorvater kompensatorisch mit Büchern. So sehe ich Sebastian heute in der Erinnerung vor mir – ein freundlicher, aufmerksamer und vielseitig interessierter Junge (er wirkte auf mich im positiven Sinne stets eher jungenhaft) hinter einem riesigen Bücherstapel, den er kaum selbst nach Hause transportieren konnte.
    Das letzte Mal gesehen haben wir uns Anfang Dezember auf einer Tagung, wir verabschiedeten uns und vereinbarten, uns mit einem weiteren Teilnehmer als Berliner Doktoranden doch einmal in einer Kneipe zu treffen. Wenn man solche losen Vereinbarungen trifft denkt man wahrscheinlich, man hat noch genügend Zeit, sie zu fixieren. Dass diese Zeit nun so plötzlich und unwiederbringlich abgelaufen ist, stimmt mich sehr traurig und nachdenklich.
    Der Familie und den engen Freunden von Sebastian gilt mein tiefstes Mitgefühl. Ich wünsche denen, die den größten Schmerz nun tragen müssen, viel Kraft für die kommende Zeit.
    Wie ich ihn kennenlernte kann ich sagen, Sebastian ist ein guter Mensch gewesen.

    „Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds.
    Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns.“

    Kommentar von Hanka — Januar 9, 2008 @ 10:27 | Antworten

  24. Liebe Frau Dittrich,
    liebe Mitrauernden,

    als mich die Nachricht von Sebastians Tod am Donnerstag ereilte, konnte ich es nicht fassen und so richtig glauben kann ich es immer noch nicht. Im Sprüchlein, dass die Besten als erste von uns gehen, scheint eine traurige Wahrheit zu liegen, denn Sebastian war der beste Mensch, dem ich jemals begegnen durfte. In den sechs Jahren unserer Freundschaft war er stets voller Güte, Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit. Er war wirklich der beste Freund, den man sich nur wünschen konnte und ich weiß ehrlich nicht, wie das Leben nun ohne ihn weitergehen soll. Sein Tod reißt eine tiefe Lücke in mein Leben und in das Leben so vieler Menschen.

    Mein besonderes Mitgefühl gilt Ihnen Frau Dittrich, denn ich glaube nichts ist schlimmer, als sein eigenes Kind zu Grabe tragen zu müssen. Ich hoffe, dass Sie diesen Verlust irgendwann verwinden werden können.

    In tiefer Trauer
    Hannes

    Kommentar von Hannes — Januar 9, 2008 @ 2:14 | Antworten

  25. Liebe Frau Dittrich,
    liebe Freunde von Sebastian,

    ich habe erst gestern Abend von Sebastians (nur unter diesem Namen kannte ich ihn) Tod erfahren.

    Ich habe Sebastian in der Spandauer SPD als einen unwahrscheinlich klugen, intelligenten, nachdenklichen und sehr freundlichen Menschen kennengelernt. Ich habe es immer etwas bedauert, dass er sich nicht mehr in die Arbeit der Jusos hier vor Ort eingebracht hat und auch häufiger mit ihm darüber gesprochen. Bei diesen Gelegenheiten hat er mir dann von seiner Arbeit und seinen Aktivitäten rund um seine Promotion erzählt. Stets mit großem Eifer und einer sehr differenzierten Blickweise hat er mit mir über vor allem über Rechtsextremismus und deren Hauptfiguren diskutiert. Bei einer Demonstration gegen eine Veranstaltung der NPD im Rathaus Tempelhof habe ich länger mit ihm zusammengestanden und später mit ihm einen längeren Mailkontakt gehabt, weil er nach der Demo noch ins Rathaus gegangen ist und sie die Veranstaltung angesehen hat.

    Zuletzt habe ich ihn kurz vor Weihnachten getroffen. Eigentlich ein typischer Small-talk. Allerdings das letzte Gespräch, was wir miteinander geführt haben. Wir sprachen über dieses und jenes (so genau ist es mir gar nicht erinnerlich) und auch z. B. über die Zukunft der Spandauer SPD und sein Engagement im neuen Jahr.

    Mir bleibt nur, Ihnen und euch mein tiefstes Migefühl auszudrücken und viel Kraft für die Bewältigung dieses Verlustes zu wünschen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich an der Beisetzung teilnehmen könnte und hier über den Termin informiert werden würde.

    Fassungslos,

    Oli

    Kommentar von Oliver Hänsgen — Januar 9, 2008 @ 4:00 | Antworten

  26. Liebe Angehörige und Freunde von Sebastian,

    wie einige andere hier kenne ich Sebastian von mehreren Promotionskolloquien. Ich habe ihn als sehr zugänglichen und sympatischen Menschen kennenlernen dürfen.
    Wenn ich jetzt an ihn denke, sehe ich ihn vor seinem Laptop links neben mir sitzen – stets mit seinem schelmischen Lächeln, das ihn wohl für uns alle so sympatisch gemacht hat. In diesem Bild möchte ich ihn in Erinnerung behalten.
    Er wird uns allen fehlen: als interessanter und motivierender Gesprächspartner – aber in erster Linie als guter Freund.
    Besonders seiner Familie wünsche ich viel Kraft, um diesen schmerzlichen Verlust zu verarbeiten.

    Norman

    Kommentar von Norman Bock — Januar 10, 2008 @ 3:49 | Antworten

  27. Liebe Gabi
    In einer Deiner schwersten Stunden wollen wir, Deine waldesruher Freunde bei Dir sein.Wir werden nie vergessen, welchen Halt Du uns, in der schwersten Stunde unseres Lebens, als unser einziger Sohn uns urplötzlich verlassen hat, gegeben hast.
    Heute bist Du in einer gleichen Situation und wir wollen Dir mit unserem Mitgefühl zur Seite stehen.
    Wir trauern um einen verlorenen Freund und um Dein Kind.
    Liebe Gabi, Du bist eine starke Frau.

    Wir wünschen Dir viel Kraft und sind für Dich da,wenn Du uns brauchen solltest.

    Deine waldesruher Freunde.

    Kommentar von Karkheinz Dumke — Januar 10, 2008 @ 6:05 | Antworten

  28. die ICQ-Blume ist seit Heute aus… :(

    heisst dass, das die Wohnung nun nicht mehr versiegelt ist? Sind die Ermittlungen etwa schon abgeschloßen?

    Kommentar von Schoki — Januar 10, 2008 @ 8:45 | Antworten

  29. Lieber Schoki,
    Schrippes Mutti konnte gestern in die Wohnung zurückkehren.
    Die Polizei hat sich am Tag des Auffindens von Schrippes Leichnam nicht gerade mit Ruhm bekleckert – sie haben keinen guten Job abgeliefert -,die Ermittlungen in der Wohung sind wohl seit gestern abgeschlossen,ob jetzt noch andere Erkenntnisse im Kommissariat kombiniert werden,will ich mal hoffen.Auch der Bericht (Kommentar 22 in diesem Beitrag) von marco zu seinen Erlebnisen am 03.01.08 bei der Polizei lässt sehr an der Ernsthaftigkeit der Berliner Polizei schon bei der Fallerfassung zweifeln.Ich hoffe,Schrippes Mutti kann demnächst noch genauere Erläuterungen dazu geben.
    Ich hoffe auch einmal, hier in Berlin wird nicht jede Vermisstenanzeige oder jeder Todesfund mit zweifelhafter Todesursache so nachlässig bearbeitet.
    traurig,fremdschämend für das Aufklärungsgebaren und mittlerweile auch zornig
    Zuppi

    PS: Miss Marple,übernehmen Sie endlich den Fall!

    Kommentar von zuppi — Januar 10, 2008 @ 9:33 | Antworten

  30. Liebe Frau Dittrich,
    von meiner Tochter Evelyn, ebenfalls Doktorandin bei Prof. Jesse, habe ich erfahren, dass Sie Ihren Sohn Sebastian verloren haben. Ich habe ihn im Sommer beim Veldensteiner Kreis als aufgeschlossenen, interessierten und sehr freundlichen jungen Mann kennengelernt und mich im Dezember bei unserem Wiedersehen gefreut, dass wir uns für das nächste Veldensteiner Treffen zu einem gemeinsamen Gespräch verabredet haben. Umso betroffener war ich über die schreckliche Nachricht von seinem Tod, denn etwas Schlimmeres als der Verlust des eigenen Kindes kann ich mir als Mutter nicht vorstellen. Mein tiefes Mitgefühl gilt Ihnen und Ihrer Familie. Einen richtigen Trost kann es wohl nie geben, aber eines ist sicherlich wahr: Mit dem Tod eines geliebten Menschen verliert man vieles, aber niemals die Zeit, die man mit ihm verbracht hat.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie die Kraft, das Geschehene gemeinsam zu tragen – und vielleicht trifft es ja auch zu, dass „die Sonne, die uns sinkt, drüben den Menschen überm Meer das Licht bringt.“

    Elke Völkel

    Liebe Frau Völkel, ich danke Ihnen für diese Zeilen und hoffe dass es ein drüben gibt, dass ihm mit viel Licht empfängt für all seine Liebe, Güte und Verständnis ,welche er anderen, aber besonders mir entgegen brachte. Diese Zeit mit ihm kann mir niemand nehmen. G.D.

    Kommentar von Elke Voelkel — Januar 14, 2008 @ 12:25 | Antworten

  31. Liebe Frau Dittrich,
    liebe Internet-Freunde,
    ich kannte ihn nicht persönlich, sondern nur den cleveren Forenmaster aus seinem Schrippe-Forum mit Matetee. Ich habe dort gerne gelesen, ab und zu mal kommentiert, mich aber über seine Themenauswahl und Statements oft sehr gefreut, weil für mich oft sehr Interessantes dabei herauskam.
    Es ist immer hart, einen Menschen zu verlieren, den man liebt – um so schlimmer, wenn man sich dann noch mit der Polizei und anderen Behörden herumärgern muss. Ich wünsche allen viel Kraft für die nächste Zeit.
    Von wem dies ist, weiß ich nicht, aber ich mochte das Zitat immer sehr:
    Niemand ist tot, der nicht vergessen ist.
    Kölner – mein alter Nick aus Schrippes Forum

    Kommentar von Kölner — Januar 14, 2008 @ 9:34 | Antworten

  32. Um einige Freunde und Bekannte hatte ich Angst. Um Schrippe — nie.

    Was für ein wahnwitziger Fehler.

    lamettrie

    Kommentar von hannovertridentinisch — Januar 14, 2008 @ 8:30 | Antworten

  33. Mein tiefes Beileid!
    Eine Mutter sollte Ihr Kind nicht beerdigen müssen!
    H. von Boyen

    Kommentar von Hermann — Januar 17, 2008 @ 11:06 | Antworten

  34. Mein Beileid!

    Ich weiß, wie sich die Familie fühlt, ich habe meinen Bruder sehr früh verloren. an seinem 17. Geburtstag. Es ist immer erschreckend, wie schnell es oftmals mit dem Tod geht. Ich wünsche der Familie trotzallem einen Halt im Leben zu haben, dass dieser tragische Tod sie nicht völlig verzagen lässt.

    Be blessed!

    Kommentar von Lee — Januar 17, 2008 @ 12:01 | Antworten

  35. Heute erst schaffe ich es, hier einige Worte zu hinterlassen.
    Ich erfuhr von Sebastians Tod vor 2 Tagen morgens im Bus auf dem Weg zur Arbeit. Die kurze Bemerkung meines Gesprächspartners, dass sich „der junge Mann [vom Spandauer Runden Tisch für Demokratie] das Leben genommen habe“, liess mich nicht mehr los und ich recherchierte gleich am Arbeitsplatz. Ich konnte nicht mehr aufhören, so viel wie möglich aller vorhandener Nachrichten zu lesen und in meiner Aufgewühltheit formte sich neben dem Schock ein Bild der Fassungslosigkeit.
    Abends dann, beim Treffen des SBgR (Spandauer Bündnis gegen Rechts) informierte ich alle. Obwohl wir Sebastian noch nicht lange und auch nicht gerade intensiv kannten, verband uns das Entsetzen.
    Wir hatten ihn als stillen, beobachtenden und vorsichtig Analysen vortragenden Menschen erlebt. Mir fiel es manchmal schwer, seine Langmut in diesem aufreibenden Kampf gegen den perfiden Schwachsinn der Neofaschisten und ihrer Anhänger auszuhalten. Inzwischen ahne ich, warum er dazu in der Lage war. Es war einfach seine ganz eigene Art, die Analyse von möglichen Zusammenhängen mit dem höchstmöglichen humanistischen Anspruch zu verbinden. Den hatte er auch den spätaufgewachten(!?) „Runden Tischlern“ gegenüber. (Wohl nicht nur wegen der Parteizugehörigkeit!?)

    Nun fehlt er uns. Das ist sehr bitter.
    Es bleibt abzuwarten, ob die Polizei gründlich genug an der Aufklärung arbeitet – ich wäre sehr froh, wenn wir hier auf diesem Blog auf dem Laufenden gehalten würden.

    Allen, die den Mann, der Schrippe genannt wurde, viel besser, länger und intensiver kannten, gilt mein volles Mitgefühl.
    Der Familie kann ich nur wünschen, nicht zu verzagen und genügend Kraft zu behalten, um alles zu unterstützen, was zur Aufklärung führt – für mich jedenfalls scheint ein Selbstmord ausgeschlossen!

    Kommentar von ednazabel — Januar 18, 2008 @ 10:34 | Antworten

  36. Im Namen der Redaktion und der gesamten Mitglieder der Community dol2day.com möchte ich den Angehörigen unser aufrichtiges Beileid und Mitgefühl aussprechen.

    Sebastian, bei dol2day als „Schrippe“ bekannt, war die letzten Monate zwar nicht mehr sehr aktiv bei uns, aber besonders die langjährigen User schätzten ihn als sehr netten und angenehmen Diskussionspartner.

    Die Nachricht seines Ablebens hat uns alle sehr überrascht und schockiert. Das Gästebuch seines Profils steht den Usern dol2days als virtuelles Kondolenzbuch zur Verfügung, sein Profil wird nie gelöscht werden.

    Wie sagte schon Immanuel Kant:
    „Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,
    der ist nicht tot, der ist nur fern;
    tot ist nur, wer vergessen wird.“

    Wir werden ihn nicht vergessen.

    Für die gesamte dol2day-Community
    Michael Unterberger

    Kommentar von Michael Unterberger — Januar 18, 2008 @ 10:59 | Antworten

  37. Lieber Michael Unterberger und ednazabel, vielen Dank, dass Sie sich in die Reihe der Trauernden eingereiht haben. In solchen Zeiten, wie jetzt, wo ich nicht schlafen kann, helfen mir diese Beiträge sehr und geben mir neue Kraft.
    Heute hatte ich Besuch von der Uni, da Sebastian noch einige Sachen hatte, die zurück mußten. Dabei fiel auf, dass keinerlei USB- Sticks zu finden waren, auf Grund der geringen Größe war mir das bisher einfach nicht aufgefallen. Wer Sebastian kennt, weiß, dass er immer mindestens 3 in Benutzung hatte. Und da gibt es viele Einzelheiten, die nicht stimmen.
    Die Polizei hat viele Informationen bekommen, aber… Am 31. und 1. hat er mehrere Stunden im Internet für seine Dis recherchiert, um sich dann ohne jegliche Andeutung oder Abschiedswort aufzuhängen?

    Kommentar von kloeppel50 — Januar 19, 2008 @ 2:02 | Antworten

  38. Liebe Familie Dittrich, liebe Freunde von Sebastian,

    ich fühle mich in diesem Umfeld etwas unbeholfen, da ich Sebastian nur aus dem realen Leben kannte. Wir studierten zusammen in Griebnitzsee, er infizierte mich mit dem Pratchett-Virus, wofür ich ihm sehr dankbar bin, wir hatten gelegentlichen Mailkontakt und als er das letzte Mal in Golm war, rauschte er in meinem Büro zur Tür hinein. Auf seine letzte, sehr fröhlich-positive, Weihnachtsmail antwortete ich erst vor zwei Wochen mit dem Wunsch, sich mal wieder an der Uni zu treffen… Und dann schlage ich heute die Zeitung mit der Traueranzeige auf und muss feststellen, dass sich Unfassbares ereignet hat. Es wird also keine gemeinsamen S-Bahnfahrten von Potsdam bis Westkreuz mehr geben und keine anregenden Gespräche über alles Mögliche, zumeist natürlich in Verbindung mit Politik.
    Und wieder einmal muss ich feststellen, dass es ein Irrtum ist, davon auszugehen, dass man immer noch genügend Zeit haben wird, sich besser kennen zu lernen. Oder für seit Ewigkeiten auf das nächste Treffen verschobene Aktionen wie eine Buchübergabe immer noch Zeit und Gelegenheit zu haben…
    Ich möchte allen, die ihn wesentlich besser kannten und ihm sehr viel näher standen, mein herzliches Beileid aussprechen.

    Kommentar von Martin Neumann — Januar 19, 2008 @ 7:22 | Antworten

  39. Ich kann einfach nicht glauben, dass Sebastian tot ist. Eben hat er mir doch noch Frohe Weihnachten gewünscht und ganz euphorisch davon erzählt, was er im neuen Jahr alles vorhat! Eben hat er sich doch noch so über sein Stipendium gefreut! Eben noch musste ich ihm sagen, dass ich diesmal nicht zur alljährlich gemeinsam gefeierten Sylvesterparty kommen würde – wie sehr bedaure ich es jetzt, dass ich nicht da war. Es schien so selbstverständlich, dass wir uns wiedersehen. Dass wir uns nicht aus den Augen verlieren. Auch wenn ich jetzt weg weit von Berlin arbeite. Und jetzt soll er einfach tot sein? Ich kann es nicht fassen. Was ist da nur passiert??
    Ich weiß noch genau, wie wir uns an unserem ersten Tag an der Uni kennen gelernt haben – da entstand eine Verbindung, die in all den Jahren nie abriss. Im Gegensatz zu den meisten anderen Uni-Bekanntschaften blieb Sebastian keine flüchtige Bekanntschaft. Er wurde ein Freund. Auch wenn wir uns nicht oft sahen. Beim Lesen dieses Blogs ist mir erst klar geworden, wie viel ich eigentlich nicht von ihm wusste. Aber all das musste ich auch gar nicht wissen um ihn gern zu haben.
    Er wird mir fehlen. Sein feiner Humor. Sein Lachen. Seine kritische Sichtweise. Sein immer offenes Ohr. Seine Herzlichkeit. Es war schön ihn gekannt zu haben.
    Leider bin ich zu weit weg um zur Trauerfeier zu kommen – aber in Gedanken werde ich da sein. Mein tiefes Beileid gilt seiner Familie und all seinen Freunden.

    Kommentar von Bettina — Januar 20, 2008 @ 9:41 | Antworten

  40. Im Sommer noch hatte ich Sebastian nach vielen Jahren wiedergesehen – ein ambitionierter und zutiefst aufrichtiger Mann stand mir gegenüber und wir plauderten über Kindertage. Mein tiefes Mitgefühl gilt der Familie und seinen Freunden.
    Leider werde ich zur Trauerfeier nicht zugegen sein können, in Gedanken werde ich dort sein und in Gedanken mit ihm auf Bäume klettern.
    Dem Himmel so nahe.

    Beste Grüße, Thomas

    Kommentar von Thomas — Januar 22, 2008 @ 11:29 | Antworten

  41. Ich habe Schrippe seit Jahren nicht mehr gesehen, und auch sonst immer nur in größerer Runde. Trotzdem hat mich die Nachricht von seinem Tod umgeworfen und sprachlos gemacht. Ich habe erst vor ein oder zwei Wochen seine Handynummer, Mitbringsel von einer Demo, aus dem Telefonbuch gelöscht…
    Und trotz allem, die klarste Erinnerung, die, die mir als erste einfällt, wenn ich an ihn denke, ist, wie er einen wirklich guten Witz erzählt.
    Mein volles Mitgefühl gilt Schrippes Familie und es tut mir leid, daß ich es nicht besser ausdrücken kann.

    Fassunglos,
    Marie

    Kommentar von Marie — Januar 30, 2008 @ 12:25 | Antworten

  42. Für mich war Sebastian immer nur Basti. Ich kannte Ihn seit der Kindergartenzeit, wir gingen in die selbe Grundschulklasse und später auf dasselbe Gymnasium. Er war meine Kinderliebe und schenkte mir ein Gedicht. Ich sehe ihn in Gedanken auf dem Flur in der Wohnung meiner Kindheit, wie er mir abends das Album mit dem selbstverfassten Gedicht voller Stolz vorbeibringt.
    Später gingen wir unterschiedlicher Wege, sahen uns noch manchmal auf dem Weg zur Schule und redeten ein wenig.
    Letztes Frühjahr fand ich ihn im internet wieder. Wir wollten uns treffen, sehen was das Leben uns gebracht hatte und an Kindheitstage denken. Aber ich zog um und das Treffen kam nie zu Stande.
    Vor ein paar Tagen dachte ich wieder an Basti, suchte ihn im Netz damit das Treffen doch noch stattfinden könnte…aber nun ist es zu spät.
    Ich fand nur noch diese Seite und kann es nicht fassen, was so unbegreifbar ist. Und obwohl ich nur noch meine Kindheitserinnerungen habe, muss ich um Ihn weinen, weil ich die Chance verpasst habe ihn zu sehen. Weil Ihm die Chance genommen wurde selber eine Familie zu gründen.
    Mein Mitgefühl gilt seiner Mutti, seinem Bruder und all seinen Freunden.
    Meine Erinnerungen an Basti werde ich mir ewig bewahren und solange ich diese habe, wird er nie wirklich fort sein!
    tine

    Kommentar von Christine — Mai 15, 2008 @ 10:27 | Antworten

  43. Liebe Frau Dittrich,
    liebe Angehörige von Sebastian,

    erst am vergangenen Wochenende, als während der Mitgliederversammlung des Veldensteiner Kreises dieses traurige Ereignis bekannt gegeben wurde, habe ich von Sebastians Tod erfahren.

    Ich durfte Sebastian im Rahmen einiger Tagungen im Umfeld von Prof. Jesse kennen und schätzen lernen. Dabei haben wir nicht nur fachliche, also politikwissenschaftliche Gespräche geführt, sondern uns wiederholt lange und eingehend über die wichtigen Sinnfragen des Lebens unterhalten. Selten habe ich einen Menschen erlebt, dem es so offenkundig daran gelegen war, zuerst sein Gegenüber zu verstehen, um erst in Folge seine eigenen Einsichten zu erläutern. Als Sebastian von meiner Mitgliedschaft einer vergleichsweise kleinen christlichen Gemeinschaft erfuhr und ich erwähnte, dass ich über meine Glaubensansichten ein kleines Büchlein veröffentlicht hatte, war es ihm ein besonderes Anliegen, ein Exemplar zu erwerben (er bestand darauf, es sich nicht schenken zu lassen) und nach einem aufmerksamen Studium den Dialog per E-Mail fortzusetzen. Dabei schien es ihm weniger um eine unbedingte inhaltliche Annäherung zu gehen, sondern um ein tieferes Verständnis, womit auch stets eine glaubwürdige und ehrliche Wertschätzung verbunden war. Seit wenigen Monaten habe ich nichts mehr von ihm gehört, jetzt weiß ich endlich warum. Ich werde Sebastian vermissen.

    Ihnen spreche ich mein tief verbundenes Mitgefühl aus und bleibe

    Ihr Ralf Grünke

    Kommentar von Ralf Grünke — Juni 10, 2008 @ 4:24 | Antworten


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